Fit für die Zukunft in Europa : Zwei SchülerInnen der Goethe-Schule gingen auf Reisen


Eine Oberstufenschülerin und ein Oberstufenschüler der Goethe-Schule Flensburg nutzten im Mai und Juni 2022 das Angebot von Erasmus + und verbrachten 14 Tage im europäischen Ausland – gefördert von der EU. Im Folgenden erfährst du, wie es Ihnen ergangen ist. Solltest du auch Interesse an einem Auslandsaufenthalt haben, dann wende dich an Frau Biastoch, Frau Kühl oder Herrn Trumm.

Mein Erasmus plus: Whalewatching in Südspanien

Im Zeitraum vom 20.6.2022 bis zum 1.7.2022 habe ich bei Wewhale in Chiclana de la Frontera, Andalusien, Spanien ein Praktikum mit Erasmus plus gemacht. Erasmus plus ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem man finanzielle Zuschüsse für ein Praktikum in einem EU-Staat erhält. Die Reiseplanung, Buchung und Auswahl des Betriebs oder der Schule geschieht eigenständig. Hierbei kann auch selber entschieden werden ob man in eine Gastfamilie oder in einer eigenen Unterkunft untergebracht werden möchte.

Wewhale ist ein Startup Walschutzunternehmen, welches unter anderem ein Antikollisionssystem für Schiffe entwickelt, damit diese Wanderrouten der Wale umgehen; einer OpenSea Protection, bei welchem ein Team aufs Meer gesendet wird, um Walen zu helfen, die in einem Fischernetz oder ähnlichem gefangen sind und einer Initiative, die Wale aus Gefangenschaft befreien soll. Zudem wird eine Flotte aus Klimaneutralen Whalewatching Katamaranen zusammengestellt. Bisher existiert ein Katamaran, der in Barbate, Andalusien liegt. Das Problem bei den bisherigen Whalewatching Booten ist, dass die Benzin- und Dieselmotoren nicht walfreundlich sind, da sie sehr laut sind und die Wale ihre Orientierung verlieren. Außerdem sind die Abgase und das Öl im Wasser auch schlecht für die Tiere im Ozean.

Um nach Spanien zu kommen bin ich zuerst von Hamburg aus mit dem Flieger nach Barcelona geflogen. Von dort aus nahm ich einen weiteren Flieger nach Jerez de la Frontera. Von da aus hatte ich ein Mietauto, welches ich genommen habe, um mich in der Umgebung fortzubewegen. Mein Apartment hatte ich in Conil de la Frontera, was etwa 20 Minuten von Chiclana entfernt war, wo das Büro war, indem ich gearbeitet habe.

Meine Tätigkeiten bestanden unter anderem darin, Materialien für das Büro zu besorgen oder mich um buchhalterische Dinge zu erledigen. Außerdem konnte ich auch im Bereich Marketing weiterhelfen, indem ich Hotels oder ähnliche Unterkünfte rausgesucht habe, welche wir dann besucht haben, um bei den Gästen Werbung für uns zu machen. Zusätzlich war ich auch ein paar Mal dabei, um den Katamaran auf Vordermann zu bringen und Testfahrten auf dem Meer zu machen, was sehr spannend war, da ich so sehen konnte, wie man einen Katamaran segelt und wie das Whalewatching funktioniert.

Aus meiner Sicht war das Praktikum sehr gelungen, denn ein zweiwöchiger Aufenthalt in einem fremden Land Herausforderungen beinhaltet. Beispielsweise war die Verständigung auf Spanisch nicht immer einfach. Das Erkunden einer völlig neuen Umgebung war auch sehr interessant und im Endeffekt hat es sehr gut geklappt . Ich fühlte mich in dem Startup sehr gut aufgenommen und mein Arbeitgeber war sehr nett und hat mich gut in alles eingeführt und betreut. Ich würde es jederzeit wieder machen und kann es als außerschulische Herausforderung nur empfehlen. Meine Learnings: Eigenständigkeit, Navigation und Verständigung in einem fremden Land.

Von Jacques Lindgren

Mein Aufenthalt in Linköping in Schweden

Hallo, mein Name ist Leonie Royer und ich bin in dem sprachlichen Profil der zehnten Klasse. Vom 26.05 bis zum 9.06.2022 konnte ich durch Erasmus und dadurch, dass unsere Schule Erasmus+-Schule ist, zwei Wochen in einer schwedischen Gastfamilie eine neue Kultur und einen komplett neuen Alltag kennenlernen. Schon als ich die Hinfahrt mit dem Zug hinter mich gebracht hatte, wusste ich, dass ich vieles neues erleben, lernen und mich weiter entwickeln werde. Bei Erasmus geht es um die Verbindung und Kommunikation von Ländern innerhalb Europas, sodass Missverständnisse vermieden und eine noch stärkere Gemeinschaft geschaffen wird, die sich gegen Gewalt, Krieg und Rassismus wehrt. Um bei diesem Prozess des Verbindens ein Teil zu sein, möchte ich euch hier einige meiner Erfahrungen schildern.

  1. Wo war ich überhaupt genau?

Die siebtgrößte Stadt in Schweden Linköping ist in der schwedischen Provinz Östergötlands län und hat einen Löwen als Symbol und Kennzeichen. In Schweden gehört jedem Angehörigen der Königsfamilie eine Provinz. Prinzessin Estelle gehört Östergötlands län. Linköping liegt eher im Süden von Schweden und südlich von Stockholm.

  1. Wie war mein Alltag in Schweden?

Als ich angereist bin, hatten die schwedischen Schulen gerade einmal zwei Wochen übrig, bevor die Sommerferien begannen. Demnach waren schon alle Klausuren geschrieben und eher weniger intensiver Unterricht. Trotzdem hat der Tag in der Regel um 6:30 Uhr begonnen, denn um 8:10 Uhr startete der Unterricht. Wir haben die Wohnung um 7:30 Uhr verlassen, nachdem wir zum Frühstück Knäckebrot und Porridge gegessen haben. Man hatte jeden Tag unterschiedlich lang Unterricht und auch jeden Tag unterschiedliche Fächer. Morgens sind wir immer mit dem Fahrrad zur Schule gefahren und haben häufig auf dem Rückweg nach der Schule noch ein Eis bei Bosses (der beste Eisladen der Stadt) gegessen. Dann waren wir unter der Woche im Schwimmbad, bei Ikea, in der Bibliothek und im Park. Am Wochenende sind wir zum Beispiel zum kältesten und größten See Schwedens gefahren, um dort schwimmen zu gehen. Durch das sommerliche Wetter war es möglich, einfach einen Sonntag komplett am See zu verbringen. Im Ganzen kann ich sagen, dass ich nicht nur touristische Sachen machen konnte, sondern auch in den echten Alltag eintauchen konnte, was sehr spannend war.

  1. Wie war die Schule in Schweden?

Ich war auf der Katedralskolan in Linköping, die von der 10.-12. Klasse geht. Generell ist das Schulsystem sehr verschieden zu unserem. Es gibt vier verschiedene Schultypen und man wechselt mindestens jedes dritte Jahr die Schule. Die Grundschule geht hier von der 1. bis zur 3. Klasse. Danach kommt man in die Mittelstufe, die von der 4. bis zur 6. Klasse geht. Bevor man dann auf das Gymnasium (von der 10.-12. Klasse) kommt, ist man erst noch in der Oberstufe von der 7. bis zur 9. Klasse. In Schweden hat man ein Ganztagesschulsystem, sodass man in der Schule Mittag isst und selten vor drei zuhause ist. Aber auch was kleinere Dinge betrifft, unterschied sich die Katedralskolan sehr von der Goethe-Schule:

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Schließfach in der Schule, in der alle Schulsachen verstaut werden können.
  • Es gibt nur Einzeltische, die meistens zu Zweiertischen zusammengeschoben werden.
  • Jeder bekommt einen Laptop gestellt und man schreibt auch nur auf den Laptops (sogar Klassenarbeiten).
  • Wenn Lehrer etwas auf Papier ausgefüllt haben wollen, müssen diese Stifte mitbringen, weil niemand mehr einen hat.
  • Klausuren, wie Mathe, die nicht auf dem Laptop geschrieben werden, dürfen mit dem Bleistift ausgefüllt werden.
  • Man muss sich die Noten selbst ausrechnen (man addiert die Teilergebnisse)
  • Weil alle Schließfächer haben, haben sie keine richtige Schultasche, sondern gehen jede Pause zu ihren Schließfächern.
  1. Was ist mir besonders im Gedächtnis geblieben?

Gleich der zweite Tag, also der 28.05., wird nicht so schnell aus meinen Erinnerungen verschwinden. Eine Freundin von meiner Gastschwester hatte an diesem Tag Geburtstag und wir waren zu der Party eingeladen. Wir waren zu zehnt in einer typischen schwedischen Reihenhauswohnung, bei der alles wieder in den typischen Farben rot und gelb war. Am Anfang war es sehr schwierig für mich, in das Gespräch mit hineinzukommen, weil jeder verständlicherweise Schwedisch gesprochen hat. Aber mit der Zeit konnte ich mich mit Englisch und Französisch gut mit den anderen Gästen verständigen. Nachdem wir Kuchen gegessen hatten, sind wir nach draußen gegangen, um Cubb zu spielen. Das ist ein typisch schwedisches Spiel, das wir hier als Wikingerschach kennen. Auf einmal hat es angefangen, zu regnen, aber wir haben weitergespielt. Alle meinten, dass es auch an Mittsommer immer regnet und sie das dort auch immer spielen. Es war also kein Problem. Drinnen haben dann alle zu ABBA getanzt und mitgesungen. Für mich war das gerade am zweiten Tag ein kleiner Kulturschock, aber im positiven Sinne.

Auch der schwedische Nationalfeiertag, der 6.6., war ein Erlebnis für sich. Wir sind nach Norrköping gefahren und haben dort mit Schwedenflaggen einem Konzert zugehört.

Trotzdem ist es natürlich schwierig, sich auf ein Ereignis festzulegen, was mir im Gedächtnis geblieben ist. Ich müsste dafür für jeden Tag eine Zusammenfassung schreiben, aber das würde vermutlich zu lang werden.

  1. Was sind funfacts über Schweden bzw. die größten Unterschiede zu Deutschland?
  • Gefühlt alle Häuser sind rot oder gelb. In der Stadt eher gelb und auf dem Land eher rot.
  • Es gibt sehr viele (fast nur) rote Autos.
  • Als Fika wird eine Art Kaffeestunde bezeichnet, die traditionell mit sieben verschiedenen Keksen und einer Torte in der Mitte zelebriert wird. Sie hat keine bestimmte Tageszeit, aber jeder macht es irgendwann am Tag.
  • Weihnachtsessen: Julmust (ein braunes, süßes Getränk), Köttbullar, Kartoffeln und braune Soße dazu.
  • Eine weitere Tradition ist es, donnerstags Suppe zu essen. Daran hält sich aber fast keiner mehr.
  • In Schweden wird der St. Lucia Tag am 13.12. und nicht Nikolaus am 6.12. gefeiert.
  • Man kann hier alles nur mit Karte zahlen, niemand benutzt mehr Bargeld.
  • WhatsApp ist hier fast gar nicht verbreitet, sondern viele kommunizieren über Snapchat.
  1. Crash Kurs Schwedisch

Hej.= Hallo

Nej.= Nein

Ja/Jo/a.= Ja

Tak så mycket.= Vielen Dank.

och= und

Jag= ich

Tystnad= Stille

Med= mit

Sluta! = Hör auf!

Sova= schlafen

Bra=gut

Jag heter...= Ich heiße…

Jag kommer från Tyskland.= Ich komme aus Deutschland.

  • In der Umgangssprache sind mir besonders zwei Wörter aufgefallen, die sehr häufig verwendet werden. Das eine ist a/aa und wird gefühlt in jedem Satz als ein Füllwort benutzt. Es ist eine verkürzte Form von „ja“ und bedeutet so etwas wie „mhm“ in Deutsch. „Ej“ ist die verkürzte Form von „nej“, also nein. Das wird jedoch deutlich weniger als „a/aa“ benutzt.

Das war nun ein Teil meiner Erfahrungen und ich kann es jedem nur ans Herz legen, mit Erasmus genauso eine Erfahrung zu machen und ein noch fremdes Land kennen und lieben zu lernen. Das wird für mich sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Schweden war.

Von Leonie Royer



Informationen zum Thema


Erasmus +

Erasmus+ ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Es ermöglicht Angebote für Einzelpersonen und Organisationen. Dadurch bietet es Europäer/innen vielfältige Möglichkeiten, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten.

Seit mehreren Jahren bewirbt sich unsere Schule erfolgreich um die Erasmus-Förderung von Projekten an unserer Schule.

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Fahrtenprogramm

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über das Fahrtenprogramm der Goethe-Schule.

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